Was ist Mobbing oder Bullying?

Nicht jede Gewalt ist Mobbing, aber Mobbing ist immer Gewalt. (Mustafa Jannan)

 

Mobbing - Der Begriff Mobbing („to mob“ = angreifen, anpöbeln, schikanieren, über jemanden herfallen) ist landläufig bekannt, wird aber zusehends mit körperlicher Gewalt gleichgesetzt. Mobbing ist aber häufig viel subtiler. Es ist vornehmlich das Ausüben „kleiner Gewalt“, das Auslachen von Mitschülern, das Beleidigen oder Beschimpfen, das Verbreiten von Unwahrheiten, das Zerstören von persönlichem Eigentum, das Erniedrigen.

Von Mobbing spricht man, wenn folgende Kennzeichen gleichzeitig (!) vorliegen:

1. Das gewalttätige Handeln

  • verbal (z.B. Beschimpfungen, Beleidigungen, Verbreitung von Lügen),
  • non-verbal (z.B. Zeigen des Stinkefingers, auslachen, wegdrehen, ausgrenzen),
  • körperlich (z.B. treten, hauen, Haare ziehen, in Schwitzkasten nehmen, bedrängen) oder
  • sachbezogen (z.B. Schulranzen ausleeren, Stifte wegnehmen, Kleidung wegwerfen)

geschieht

2. geplant (mit Absicht),
3. über einen längeren Zeitraum (mindestens 4 Wochen)
4. und wiederholt (mind. 1x pro Woche in diesem Zeitraum).

Es zielt darauf ab, einen Mitschüler zu schikanieren, zu demütigen, auszugrenzen. Das Mobbing-Opfer sieht sich einem Kräfteungleichgewicht gegenüber. Es ist immer allein und einem oder mehreren Mobbern und deren Mitläufern gegenübergestellt.

Mobbing macht das Opfer hilflos. Wehren ist zwecklos. Dem Opfer kann nur durch Hilfe von außen geholfen werden.

Bullying - Im angelsächsischen Sprachraum hat sich der Begriff Bullying durchgesetzt, der so viel bedeutet wie tyrannisieren, einschüchtern oder schikanieren. Bullying, abgeleitet von "bully" = "brutaler Mensch" oder "Tyrann" wird zwischenzeitlich in der wissenschaftlichen Literatur synonym zu "Mobbing" verwendet.

 

Wie erkenne ich, ob (m)ein Kind gemobbt wird?

Anzeichen für Mobbing können sein:

  • Ihr Kind kommt bedrückt nach Hause (verstummt, zieht sich zurück, ist traurig).
  • Ihr Kind wirkt unsicher (Verlust von Selbstvertrauen).
  • Ihr Kind erleidet einen Leistungsabfall in der Schule bzw. lässt bei der Konzentration nach (z.B. bei den Hausaufgaben).
  • Ihr Kind ist häufig antriebslos oder appetitlos.
  • Ihr Kind klagt häufig über unspezifische körperliche Beschwerden (Bauchweh, Kopfweh).
  • Ihr Kind zeigt zunehmend Unlust / Angst vor der Schule, dem Schulweg.
  • Oder aber Ihr Kind ist ungewohnt übellaunig / aggressiv.

Was tun?

Sollten Sie eines oder mehrerer Anzeichen bei Ihrem Kind bemerken,

  • sprechen Sie es behutsam darauf an.
  • Vermeiden Sie ein „Aushorchen“ des Kindes oder einen unkontrollierten Alleingang (z.B. direkt mit den Tätern sprechen). 
  • Geben Sie niemals Ihrem Kind die Schuld. Es hat keine Schuld. Raten Sie nicht zu Gegengewalt.
  • Informieren Sie  den Klassenlehrer und die Schulleitung, denn das Mobbingproblem kann nur in und von der Schule gelöst werden.
  • Wenden Sie sich unter Umständen an externe Beratungsfachkräfte (z.B. Schulpsychologen, regionale Schulberatungsstellen oder Kinder- und Jugendtherapeuten).

Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst so weit kommt. Daher setzen wir von Cool Strong Kids auf Prävention. In unseren Kursen werden Kinder darauf sensibilisiert, was Gewalt ist, wo sie anfängt, wie sie von jedem einzelnen unterschiedlich wahrgenommen wird und wie sie damit umgehen können. Empathie und Achtsamkeit spielen eine entscheidende Rolle im menschlichen Zusammensein.

 

Literaturtipps:

Mustafa Jannan, Das Anti-Mobbing Handbuch im Beltz Verlag
Heike Blum / Detlef Beck, No Blame Approach oder www.no-blame-approach.de

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